Synthese von Bleiazid [13424-46-9]

Bleiazid [13424-46-9-A]            Pb(N3)2


Pb(NO3)2 + 2 NaN3  →  Pb(N3)2 + 2 NaNO3

Zur Darstellung von Bleiazid löst man im ersten 50-ml-Becherglas 2.6 g Natriumazid in 25 ml destilliertem Wasser und fügt noch etwas Dextrin hinzu. Das Dextrin verhindert die Bildung von größeren Kristallen, die beim Zerbrechen explodieren könnten. Im zweiten 50-ml-Becherglas löst man 6.6 g Bleinitrat und ebenfalls etwas Dextrin in 25 ml destilliertem Wasser. Beim Zusammenschütten der beiden Lösungen fällt sofort ein weißer Niederschlag von Bleiazid aus. Anschließend gießt man den Inhalt des Becherglases in die mit einem passenden Filterpapier bestückte Filternutsche im Becherglas verbliebene Rückstände von Bleiazid werden mit ein wenig Wasser nachgespült und saugt kräftig ab. Der Niederschlag wird auf der Filternutsche zuerst mit wenig Ethanol, anschließend Diethylether gewaschen und dann fast bis zur Trockne abgesaugt.

Beschreibung: Bleiazid bildet farblose Kristalle mit einem Detonationspunkt von 350 C. Es ist nahezu unlöslich in Wasser (0.023% bei 18 C; 0.09% bei 70 C), Alkohol und Ether. Die Kristalle sind unempfindlich gegen Wärme und Feuchtigkeit, allerdings nicht gegen Kohlenstoffdioxid aus der Luft (Zersetzung unter Angabe von Stickstoffwasserstoffsäure). Bleiazid ist schlagempfindlich (reines Produkt 2,5-4 Nm; techn. Produkt 3-6,5 Nm) und findet Verwendung als Initialsprengstoff, dem zur besseren Entzündbarkeit Bleitrinitroresorcinat beigemischt wird. Als Initialladung wirkt es in geringeren Mengen als Knallquecksilber, besitzt eine höhere Auslösungsgeschwindigkeit als dieses und lässt sich nicht wie dieses schon mit geringen Drucken totpressen.

Anmerkung: Anstatt der 6.6 g Bleinitrat können auch 6.5 g Bleiacetat verwendet werden.

Quelle der Synthese: F.R. Kreißl u. O. Krätz, S. 111
Angaben d. Beschreibung: Explosivstoffe, Römpp Lexikon Chemie, Merck
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Letzte Aktualisierung: 08/11/04