Mit Magnesiumspänen [64-17-5-A] C2H6O
Reaktionsverlauf:
Durchführung: In ein großes
Reagenzglas gibt man zuerst 0.5 g Jod und anschließend 5 g Magnesiumspäne. Über
einer nicht zu starker Flamme wird das Gemenge so lange erwärmt, bis
Joddämpfe die Magnesiumspäne braunviolett färben bzw. im oberen Teil
des Reagenzglases kondensieren. Die auf diese Weise angeätzten
Magnesiumspäne werden in einen 2-1-Rundkolben gegeben, mit 75 ml
99%-igem Ethanol übergossen und im Wasserbad - nachdem man den Kolben
mit Rückflusskühler und Calciumchloridrohr versehen hat - erhitzt.
Unter Wasserstoffentwicklung geht das Magnesium allmählich in
Magnesiumethanolat über. Sobald sich ein grauweißer Ethanolatbrei
gebildet hat, was im Allgemeinen nach 6 bis 8 Stunden der Fall ist,
gibt man 900 ml 99%-iges Ethanol hinzu und kocht noch 1 Stunde lang
unter Rückfluss. Dann wird der Rückflusskühler schnell durch einen
Destillationsaufsatz mit Kühler und Vorlage, die mit einem
Calciumchloridrohr versehen ist, ersetzt und der Alkohol abdestilliert.
Braucht man reinsten Alkohol, dann werden nur zwei Drittel des Ethanols
nach Entfernung eines geringen Vorlaufs abdestilliert.
Quelle: Winterfeld, K. - Praktikum der organisch-präparativen
Pharmazeutischen Chemie, 6. Auflage, Steinkopff Verl., 1965
Delivered by: Mephisto
Letzte Aktualisierung: 24/06/05
Mit Ameisensäureethylester und metallischem Natrium [64-17-5-B] C2H6O
Reaktionsverlauf: Eine Möglichkeit zur Darstellung wasserfreien Alkohols besteht darin, dass man zu Ethanol Ameisensäureethylester und metallisches Natrium zusetzt. Der Ester wird selbst bei geringstem Wassergehalt schon in der Kälte fast unmittelbar verseift, wobei das in Ethanol sehr schwer lösliche Natriumformiat ausfällt. Natrium allein kann nicht verwendet werden, weil bei ihm das folgende Gleichgewicht
zu sehr auf der Wasser-Ethanolat-Seite liegt. Beim Siedepunkt des Alkohols liegt das Gleichgewicht der katalytischen Ameisensäureester-Zersetzung durch Natriumethanolat in alkoholischer Lösung praktisch ganz auf Seiten des Kohlenoxids:
Durchführung: Einen
1-l-Rundkolben verbindet man über einen Zweihalsaufsatz mit einem
Kugelkühler. Die freie Öffnung des Zweihalsaufsatzes dient zum
Einfüllen und wird mit einem Stopfen verschlossen. Auf den Kugelkühler
setzt man einen Destillationsaufsatz mit Thermometer und absteigendem
Liebigkühler, der über einen Vorstoß, dessen seitlicher Stutzen ein
Calciumchloridrohr trägt, mit der Vorlage verbunden ist. In den Kolben
gibt man 1 l 99%-iges Ethanol und 14 g metallisches Natrium und lässt
die Reaktion unter Rückflusskühlung ablaufen. Dann setzt man 43.5 ml
Ameisensäureester hinzu und erhitzt 2 Stunden lang unter Rückfluss zum
Sieden. Nun wird der Kugelkühler als Kolonne verwendet, indem man das
Kühlwasser ablässt, die Kühlwasserzufuhr an den Liebigkühler anschließt
und langsam destilliert. Es empfiehlt sich, einen Heizpilz zu
verwenden. Mit einem Wasserbad dauert die Destillation entsprechend
länger. Die ersten 100 ml Destillat werden verworfen, die nächsten 200
ml enthalten 0.001% Ester, der nachfolgende Anteil nur noch 0.00015%.
Weiteres Fraktionieren vermindert den Estergehalt nicht mehr. Der
Feuchtigkeitsgehalt beträgt 0.03%.
Quelle: Winterfeld, K. - Praktikum der organisch-präparativen
Pharmazeutischen Chemie, 6. Auflage, Steinkopff Verl., 1965
Delivered by: Mephisto
Letzte Aktualisierung: 24/06/05
Andere Bezeichnung:
Ethylalkohol